Das Wichtigste in Kürze
- Die Peak-Saison in der Logistik läuft von Mitte Oktober bis Mitte Januar. Der Höhepunkt liegt 2026 zwischen Black Friday (27. November) und dem 23. Dezember.
- Personal für Q4 planen Sie idealerweise 12 Wochen vor Beginn der Peak-Saison, also ab Ende Juli. Wer erst im Oktober startet, braucht einen Personaldienstleister mit fertigem Bewerberpool.
- Rechnen Sie Ihren Bedarf aus Sendungsvolumen, Leistung pro Kopf und einem Puffer von 15–20 % für Ausfälle.
- Zeitarbeit ist für Spitzen das schnellste Modell. Der tarifliche Mindestlohn in der Zeitarbeit liegt seit 1. September 2026 bei 15,33 € pro Stunde.
- Die Milan Gruppe hat in Hamburg 72 Paketzusteller in 4 Wochen gestellt und besetzt 60 % der Anfragen innerhalb von 48 Stunden.
Wann beginnt die Peak-Saison in der Logistik?
Die Peak-Saison beginnt Mitte Oktober und endet mit dem Retourengeschäft Mitte Januar. Das Volumen steigt in drei Wellen: Vorweihnachtsgeschäft, Black Week und die letzten Lieferungen vor Heiligabend.
| Phase | Zeitraum 2026 | Was Sie personell tun müssen |
|---|---|---|
| Planung | Ende Juli – August | Bedarf berechnen, Dienstleister beauftragen, Budget freigeben |
| Recruiting & Einarbeitung | September – Mitte Oktober | Bewerber auswählen, Sicherheitsunterweisung, Staplerscheine prüfen |
| Anlauf | Mitte Oktober – 20. November | Erste Saisonkräfte einsetzen, Schichtpläne testen |
| Hochphase (Black Week) | 23. November – 1. Dezember | Volle Besetzung, Springer für Ausfälle bereithalten |
| Weihnachtsspitze | 2. – 23. Dezember | Maximale Schichten, Zusatzschichten am Samstag |
| Retouren | 27. Dezember – Mitte Januar | Teil des Teams in die Retourenbearbeitung übernehmen |
Wie groß der Personalbedarf werden kann, zeigt Amazon: Der Konzern stellte für das Weihnachtsgeschäft 2025 in Deutschland rund 12.000 Saisonkräfte ein, etwa 3.000 mehr als im Vorjahr (retail-news.de).

Wie viel zusätzliches Personal brauchen Sie?
Sie berechnen den Zusatzbedarf aus dem erwarteten Mehrvolumen, geteilt durch die Leistung pro Mitarbeiter und Schicht, plus Puffer. Das Ergebnis verteilen Sie auf Ihre Schichten.
Beispiel: Ihr Lager bearbeitet normal 20.000 Sendungen pro Tag, im Dezember erwarten Sie 32.000. Ein eingearbeiteter Mitarbeiter schafft 800 Sendungen pro Schicht. Das ergibt 12.000 ÷ 800 = 15 zusätzliche Schichteinsätze pro Tag. Mit 20 % Puffer für Krankheit und Nichterscheinen planen Sie 18 zusätzliche Kräfte pro Tag. Bei einem Zwei-Schicht-Betrieb sind das 9 Kräfte pro Schicht.
Wichtig: Neue Kräfte erreichen in der ersten Woche oft nur 60–70 % der Normalleistung. Planen Sie den Einsatzstart deshalb mindestens 2 Wochen vor der Spitze.

Personal für Q4 sichern: der Plan in 5 Schritten
- Vorjahresdaten auswerten (12 Wochen vor Peak-Beginn, Ende Juli): Sendungsvolumen pro Woche, Krankenquote und Fluktuation im letzten Q4 notieren.
- Bedarf pro Schicht und Rolle festlegen (10 Wochen vorher, Anfang August): Kommissionierer, Packer, Staplerfahrer und Fahrer getrennt rechnen.
- Modell wählen und Partner beauftragen (8 Wochen vorher, Mitte August): Zeitarbeit, Befristung oder Try & Hire. Ein Rahmenvertrag mit festen Ansprechpartnern spart in der Hochphase Zeit.
- Einarbeitung standardisieren (4 Wochen vorher, Mitte September): Kurze Einweisung, Arbeitsschutz, Paten aus dem Stammteam, Anleitung in einfacher Sprache und gegebenenfalls mehrsprachig.
- Puffer und Bindung sichern (ab Start): Springerpool, Anwesenheitsprämie und eine klare Perspektive nach dem Peak senken die Abbruchquote.
Zeitarbeit, Befristung oder Try & Hire: Welches Modell passt?
Für kurzfristige Spitzen ist die Arbeitnehmerüberlassung am schnellsten, für Kräfte, die Sie halten möchten, eignet sich Try & Hire.
| Modell | Vorlaufzeit | Ihr Aufwand | Geeignet für |
|---|---|---|---|
| Arbeitnehmerüberlassung (Zeitarbeit) | ab 48 Stunden | gering: Recruiting, Lohn und Verwaltung beim Dienstleister | Volumenspitzen, Krankheitsausfälle |
| Eigene befristete Einstellung | 4–8 Wochen | hoch: Anzeigen, Auswahl, Verträge, Abrechnung | planbare Saisonarbeit mit eigener HR-Kapazität |
| Try & Hire | ab 48 Stunden | gering, Übernahme nach Erprobung | Kräfte, die nach dem Peak bleiben sollen |
| Minijob | 2–4 Wochen | mittel | einzelne Zusatzschichten, Samstage |
Was kostet Personal in der Peak-Saison 2026?
Die Kosten richten sich nach dem Tarifvertrag der Zeitarbeit (GVP/DGB), plus Zuschläge und dem Stundensatz des Dienstleisters.
- Tariflicher Mindestlohn Zeitarbeit (Entgeltgruppe 1): 14,96 € ab 1. Januar 2026, ab 1. September 2026 um 2,5 % erhöht, also 15,33 € pro Stunde, ab 1. April 2027 15,87 € (GVP-Tarifabschluss).
- Gesetzlicher Mindestlohn 2026: 13,90 € pro Stunde. Zeitarbeitskräfte verdienen damit tariflich mehr als den gesetzlichen Mindestlohn.
- Zusätzlich: Nacht-, Sonn- und Feiertagszuschläge, gegebenenfalls Branchenzuschläge und Jahressonderzahlungen.
Der Stundensatz eines Dienstleisters liegt über dem Bruttolohn, weil er Sozialabgaben, Urlaub, Krankheit, Recruiting und Verwaltung enthält. Vergleichen Sie deshalb nicht Stundenlohn mit Stundensatz, sondern Gesamtkosten pro besetzter Schicht.
Rechtliches: Was gilt bei Saisonpersonal?
Die wichtigsten Regeln sind kurz: Höchstüberlassungsdauer, Equal Pay und Arbeitszeitgesetz.
- Höchstüberlassungsdauer: Eine Zeitarbeitskraft darf maximal 18 Monate beim selben Kunden eingesetzt werden (§ 1 Abs. 1b AÜG). Für den Peak spielt das keine Rolle.
- Equal Pay: Nach 9 Monaten Einsatz steht der Zeitarbeitskraft grundsätzlich der gleiche Lohn wie der Stammbelegschaft zu. Gilt ein Branchenzuschlagstarifvertrag, kann sich diese Frist auf bis zu 15 Monate verlängern (§ 8 Abs. 4 AÜG).
- Arbeitszeit: Maximal 10 Stunden pro Tag, wenn innerhalb von 6 Kalendermonaten oder 24 Wochen im Durchschnitt 8 Stunden pro Werktag nicht überschritten werden (§ 3 ArbZG). Sonntagsarbeit ist nur in den gesetzlichen Ausnahmefällen (§ 10 ArbZG) oder mit behördlicher Genehmigung erlaubt.
- Arbeitsschutz: Jede neue Kraft braucht vor dem ersten Einsatz eine dokumentierte Unterweisung.
Hinweis: Dieser Abschnitt ersetzt keine Rechtsberatung.
Zu spät dran? Was im Oktober und November noch funktioniert
Auch Mitte Oktober ist Personal für den Peak noch zu bekommen, wenn Sie auf vorhandene Bewerberpools zugreifen statt neue Anzeigen zu schalten.
- Beauftragen Sie einen Personaldienstleister mit Logistik-Schwerpunkt und regionalem Pool.
- Starten Sie parallel eine Social-Media-Kampagne im Pendelradius (Facebook, Instagram, TikTok). Bewerbungen kommen hier oft innerhalb weniger Stunden. Die Milan Gruppe steuert solche Kampagnen über die Recruiting-Leadgenerierung.
- Reduzieren Sie die Bewerbungshürde: Bewerbung per WhatsApp, ohne Lebenslauf, Rückruf am selben Tag.
- Fragen Sie ehemalige Saisonkräfte aus dem Vorjahr direkt an.
Praxisbeispiel: 72 Paketzusteller in 4 Wochen in Hamburg
Für einen Paketdienstleister in Hamburg hat die Milan Gruppe 72 Zusteller innerhalb von 4 Wochen gewonnen, eingearbeitet und eingesetzt. In Leipzig waren es über 55 Fahrer in 4 Wochen, in Emden über 100 Hafenmitarbeiter in 2 Monaten.
Der Grund: Die Milan Gruppe ist 2019 aus der operativen Logistik entstanden. Ausgedünnte Teams und Peak-Saisons kennen wir aus eigener Erfahrung, nicht aus dem Lehrbuch.

Checkliste: Peak-Saison-Personal
- Vorjahresvolumen und Krankenquote ausgewertet
- Zusatzbedarf pro Tag, Schicht und Rolle berechnet
- Personaldienstleister mit Rahmenvertrag beauftragt
- Einarbeitungsplan und Unterweisung vorbereitet
- Springerpool für Black Week und Dezember festgelegt
- Plan für Retourenphase im Januar erstellt
- Übernahme guter Kräfte nach dem Peak geprüft
Häufige Fragen zur Peak-Saison in der Logistik
Wann beginnt die Peak-Saison in der Logistik? Mitte Oktober. Der Höhepunkt liegt zwischen Black Friday und dem 23. Dezember, die Retourenphase dauert bis Mitte Januar.
Wie früh sollte ich Saisonpersonal planen? Idealerweise 12 Wochen vor Beginn der Peak-Saison, also ab Ende Juli. Mit einem Personaldienstleister geht es auch kurzfristig, oft ab 48 Stunden.
Wie berechne ich meinen Personalbedarf für das Weihnachtsgeschäft? Mehrvolumen geteilt durch die Leistung pro Kopf und Schicht, plus 15–20 % Puffer für Ausfälle. Das Ergebnis verteilen Sie auf Ihre Schichten.
Was verdient eine Zeitarbeitskraft in der Logistik 2026? Mindestens den Tariflohn der Entgeltgruppe 1, seit 1. September 2026 also 15,33 € pro Stunde. Fachkräfte wie Staplerfahrer werden höher eingruppiert.
Ist Zeitarbeit oder eigene Befristung günstiger? Der Stundensatz der Zeitarbeit ist höher, dafür entfallen Recruiting, Abrechnung und Ausfallrisiko. Für kurze Spitzen ist Zeitarbeit meist wirtschaftlicher.
Kann ich gute Saisonkräfte nach dem Peak übernehmen? Ja. Mit Try & Hire testen Sie Kräfte im Einsatz und übernehmen sie anschließend fest.
Wie schnell stellt die Milan Gruppe Personal in Hamburg? Oft innerhalb von 48 Stunden aus unserem Hamburger Bewerberpool. Für einen Paketdienstleister in Hamburg haben wir 72 Zusteller in 4 Wochen eingesetzt. Insgesamt besetzt die Milan Gruppe 60 % der Anfragen innerhalb von 48 Stunden und arbeitet für über 500 Kunden bundesweit.
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